Am 30. Juni war es ja soweit. Ich machte mich auf die Reise zu meinem neuen Kommando. Um ca. fünf Uhr abends kam ich im zweitgrößten Bundeswehrstandort dem Marinestützpunkt in Wilhelmshaven an. Ich und mein Kamerad Valeri gingen die Tirpiz-Brücke hinunter auf die Pier an der „unsere“ Fregatte lag. Wir wurden gleich sehr freundlich empfangen und merkten sofort, dass hier einiges anders abläuft als in der Grundausbildung. Ein Maat half uns sofort unser reichliches Gepäck auf das Schiff zu schleppen. Nachdem wir uns offiziell an Bord gemeldet hatten. Wies man uns gleich unsere Decks (Zimmer) zu in denen wir untergebracht sind. Leider kamen wir nicht zusammen auf ein Deck, doch man sieht sich sowieso oft genug auf dem Schiff. Anschließend gab es noch Abendessen. Nachdem wir dann unser Bockzeug empfangen hatten, schickte man uns wieder in unsere Decks wo wir uns einrichten sollten. Auf den ersten Anlauf alleine schaffte ich es jedoch nicht mein Deck wieder zu finden. Erst nachdem ich ein bisschen durch das Schiff geirrt bin fand ich mein Gepäck in meinem Deck wieder. Dann war es Zeit alles zu verräumen in dem doch um einiges kleineren Spind als in der Grundausbildung und sich anschließend schlafen zu legen. Meine zwei Kameraden die noch in meinem Deck wohnten hatten diese Woche noch Urlaub, sodass ich erst mal alleine war.

Um sechs Uhr am nächsten Tag wurden ich dann wie das ganze Schiff über Schiffslautsprecheranlage geweckt. Jetzt hatte ich Zeit bis viertel nach sieben mich frisch zu machen und zu Frühstücken. Bei der anschließenden Morgenmusterung wurde uns erklärt was den ganzen Tag so anliegt. Wir durften erst mal den Schiffsnamen polieren. Danach mussten wir Karten, Kataloge, Leuchtfeuerverzeichnisse, und Handbücher berichtigen. Dies ist zugleich unsere Hauptaufgabe zumindest so lange wir im Hafen liegen. Wir bekamen außerdem noch ein Geheft, dass wir in der ersten Woche auszufüllen hatten, um uns auf dem Schiff zurecht zu finden. Ich stellte fest, dass mein Deck perfekt liegt. Einen Stock den Treppenschacht hoch war genau die Essensausgabe und die Mannschaftsmesse (unser Wohn- und Esszimmer), weitere drei Stockwerke weiter oben befand sich genau die Brücke. Ich musste also nicht durch das ganze Schiff um zu meinem Arbeitsplatz zu gelangen.

Allgemein sind hier alle recht cool drauf. Bis jetzt komm ich mit allen bestens aus. Am Donnerstag hatten wir von unserem Hauptabschnitt 100 gleich ein Fußballspiel gegen die 600’er das wir zwar Haushoch verloren, aber es war trotzdem eine Mords Gaudi bei strömendem Regen. Insgesamt hab ich mich ganz gut eingelebt und bereue es nicht zur Marine gegangen zu sein.

Freundliche Grüße ins Allgäu

Oy’er Michael

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